Heyne Alemann

Bürgermeister Heyne Alemann

Heine Alemann (ca. 1325-ca. 1390)

Heyne Alemann wurde etwa 1325 geboren, möglicherweise als Sohn des Ratsmannes Betemann (Beteke Aleman, 1318 im Rate). Er wurde über 70 Jahre alt und beendete – wie viele der führende Ratsmitglieder – seine Karriere ab 1388 als Schöffe. 1390 könnte er gestorben sein.

Als Beteke Aleman – der mutmaßliche Vater von Heine Alemann – 1318 im Rate saß, brodelte ein heftiger Konflikt zwischen der Altstadt und dem geld- und streitsüchtigen Erzbischof Burchard III. 1313 entschloß sich der Rat, den Stadtherren festzunehmen und einzusperren. Nachdem dieser einen Vertrag unterzeichnet und „Besserung“ gelobt hatte, ließ man ihn nach vier Monaten wieder frei.

Die vertragliche Bindung freilich widersprach dem Interesse und wohl auch dem Charakter von Burchard. Allerlei „Kleinigkeiten“ wurden Anlaß tiefgreifender Konflikte – sei es vor 1313 der Versuch, alle Brauer der Altstadt zu zwingen, ihre Hefe aus der erzbischöflichen Brauerei zu erwerben, oder sei es um 1320 die Forderung in allen Testamenten und allen Schenkungen den heiligen Mauritius (also seine Domkasse) zu bedenken. Auch die äußeren Umstände waren schwierig: Verbündete des Stadtherren belagerten die Stadt und obendrein fiel die Pest in Magdeburg ein.

1324 verbündeten sich viele Städte des Erzstiftes gegen den Erzbischof. Dem Bündnis schlossen sich schnell Grafen und Landadel an. Im Namen dieses Bundes schrieb die Stadt Halle dem Kirchenfürsten einen Fehdebrief. Im Herbst dieses Jahres schloß man einen Vergleich. Doch auch er hielt nicht. Der Streit eskalisierte weiter, das Domkapitel mußte die Stadt Magdeburg verlassen und die verbündeten Untertanen vereinbarten, daß der, der Burchard als erster zu greifen bekäme, diesen wieder festsetzen solle. Einige Magdeburger lockten ihn mit Verhandlungsangeboten in die Stadt, wo er – auf Order das Rates – in seinem Palast unter Arrest gestellt wurde.

Am 21. September 1325 verlegte der Rat das Gefängnis in den Ratskeller und gab ihm „vier rohe, wilde Gesellen zum Hüter“. Diese schlugen ihn des Nachts mit einem Eisenriegel tot und verscharrten seine Leiche im Sandboden des Kerkers.

Eine solche Tat mußte schwerwiegende Folgen haben. Die Stadt geriet in Acht und Bann.

Erst 1330 nach heftigen Unruhen in der Bevölkerung – hervorgerufen auch Folgen von Acht und Bann, die viele Bürger dem Rat anlasteten – kam Bewegung in die erstarrten Fronten, indem die Ratsverfassung durchgreifend geändert und der Rat vollständig neu besetzt wurde.

Der damalige Erzbischof Otto von Hessen, als 24-jähriger in dieses Amt vom Papst gegen den Widerstand des Domkapitels eingesetzt, suchte nach einem Ausgleich mit der Stadt. Er vermittelte zwischen den Parteien und forderte – nach der Neubesetzung des Rates – die Aufhebung von Acht und Bann. Der Kaiser folgte diesem Wunsch schon 1330, der Papst erst nach weiteren langen Verhandlungen und zusätzlichen Auflagen.

1333 kehrte wieder die „Normalität“ in das Stadtregiment zurück durch eine Ordnung, die im Prinzip bis 1630 allen Stürmen der Zeit standhielt. Am 3. März 1333 unterzeichneten der Stadtherr und die Innungen einen Vertrag, die einen ersten großen Stadtfrieden herbeiführte. „Damit war hier das Patriziat fast völlig ausgeschaltet, die Zünfte fast zum Alleinherrscher geworden, zumal seit 1336 die Schöffen keinen Sitz im Rat mehr hatten. … doch das sind [Magdeburg, Stendal, sowie die flandrischen und niederländischen Städte, DvA] zu Beginn des 14. Jh. noch seltene Fälle (Planitz, S. 326)“.

Auf dieser Basis leistete der Rat dem Erzbischof den öffentlichen Huldigungseid. Diesen feierlichen Akt wiederholte die Stadt bei jedem neuen Erzbischof, was nicht selten Anlaß für Streitigkeiten war, was aber immer zur Klärung der Rechtspositionen beitrug.

Auch in der folgenden Zeit stand Otto von Hessen – auch manchmal gegen sein Domkapitel wie bei dem dreijährigen Krieg zwischen Landadel und Altstadtrat – zur Altstadt. Auch Kaiser Karl IV bestätigte 1355 die alt hergebrachten Rechte der Stadt.

Dennoch verfolgte der Erzbischof – oft heimlich im Hintergrund – eigene Interessen. So versuchte er dem Rat das 1294 erworbene Burggrafenamt zugunsten eines Verwandten zu entziehen. Die Stadt konnte aber das damit verbundene Amt des Schultheißen, d.h. des Leiters von Stadtgericht und Schöffenstuhl, verteidigen. Zu den damaligen Schöffen gehörte der ältere Bruder von Heine Alemann: Hans Alemann (nachgewiesen für 1350 und 1363).

Erzbischof Otto von Hessen starb 1361. Er hatte insgesamt letztlich nicht besonders gut gewirtschaftet und seine prächtige Beerdigung wurde „auf öffentliche Kosten“ durchgeführt.

1350 und 1357 kam wieder die Pest über die Stadt. Heine Alemann war damals zwischen 20 und 30 Jahren. Fanatische Bettelmönche, die Kreuzbrüder, suchten die Stadt heim. Sie gaben Juden die Schuld an der Pest. Bei den so herauf beschworenen Progromen gewährte der Erzbischof in vielen Fällen etwas Schutz und die Kreuzbrüder wurden schließlich aus der Stadt gejagt.

Heine Alemann könnte zu dieser Zeit schon im Rat gesessen haben. Irgendwann vor 1350 hat er Sophie Korling geheiratet, Tochter einer Familie, die seit Ende 1200 in der Altstadt Innungsmeister, Ratsmänner und Schöffen stellte und vermutlich davor und danach zur Ministerialität des Erzbischofs zählte. Das Paar wohnte am Johanniskirchhof, vermutlich in dem von Otto von Gericke auf seinem Plan von 1632 als Almans Haus bezeichneten Artushof. Gode (Jode) von Korling, möglicherweise der Schwiegervater, saß mit Hans Alemann zusammen im Schöffenstuhl. 1368 folgte er – oder auch sein Sohn – Heine Alemann im Amt des 1. Bürgermeisters. Die Familie Korling – schon Ende 1200 in Rats- und Innungsämtern nachweisbar- taucht dort ab 1400 nicht mehr auf, dafür findet man sie unter den erzbischöflichen Ministerialen. Sie ist weiterhin eng verschwägert mit den anderen Ratsfamilien (ZMA. SH 3, S. 233f).

Heines Bruder Hans Alemann heiratete Margarete von cellere (Keller). Sie gehörte zu einer Großhändlerfamilie, die erst seit dieser Zeit in Ratsämtern nachweisbar ist. Ihr Vater Hans von Kellere von 1348-1354 Bürgermeister und danach von 1363-1375 Schöffe.

Ämter der Familien Alemann, Korling und Keller (1250-1400)

von Name Funktion
1363 Lenze von Hildensheim (Hildensen) 1. Bürgermeister
1363 Heine Alemann 2. Bürgermeister
1364 Hans von Hordorf 1. Bürgermeister
1364 Henning von der Büne 2. Bürgermeister
1365 Johann Keller (von Keller) 1. Bürgermeister
1365 Bettke (Bethmann) Könningk 2. Bürgermeister
1366 Heine Alemann 1. Bürgermeister
1366 Tile Glützingk 2. Bürgermeister
1367 Hanß von Hordorf 1. Bürgermeister
1367 Gebhart von Sehausen 2. Bürgermeister
1368 Jode von Karlaw (Korlingk) 1. Bürgermeister
1368 Johannes von Ebendorff 2. Bürgermeister
1369 Heine von Aleman 1. Bürgermeister
1369 Thile Klüzing (Glützingk, Gliezüngk) 2. Bürgermeister
1370 Martin (Mawe) von Calbe 1. Bürgermeister
1370 Cöne Ulrich (Vitingh) 2. Bürgermeister
1371 Hanß von Ebendorf 1. Bürgermeister
1371 Frize Ulrich (??) 2. Bürgermeister
1372 Tiele Glützingk 1. Bürgermeister
1372 Hermann Cyriacus (??) 2. Bürgermeister
1373 Heine Aleman 1. Bürgermeister
1373 Marve (Martin) von Calbe 2. Bürgermeister
1374 Hans (Hanß) von Ebendorff 1. Bürgermeister
1374 Albrecht de Hugo (Dene) 2. Bürgermeister
1375 Tiele Gliezüngk (Glützingk) 1. Bürgermeister
1375 Ciriacus de Borch 2. Bürgermeister
1376 Heine Aleman 1. Bürgermeister
1376 Marve von Calbe 2. Bürgermeister
1377 Hanß von Ebendorf 1. Bürgermeister
1377 Bötge Horduß (Brun Artus) 2. Bürgermeister
1378 Nicolaus vom Stalle 1. Bürgermeister
1378 Franz Vtich (Frize Utingh) 2. Bürgermeister
1379 Marve von Calbe 1. Bürgermeister
1379 Gebhart von Sehaußen 2. Bürgermeister
1380 Hanß von Ebendorf 1. Bürgermeister
1380 Albrecht von Deben (Dene) 2. Bürgermeister
1381 Frize Utich (Uting) 1. Bürgermeister (??)
1381 Werner Persicke 2. Bürgermeister
1382 Heine Alemann 1. Bürgermeister
1382 Reichart Reiche (Ryke) 2. Bürgermeister
1383 Albrecht von Deuben (Dene) 1. Bürgermeister
1383 Bruno Artus 2. Bürgermeister
1384 Friez Utich (Uting) 1. Bürgermeister
1384 Friedrich Kampe 2. Bürgermeister
1385 Heine Aleman 1. Bürgermeister
1385 Rulf vom Kellere 2. Bürgermeister
1386 Bruno Artus 1. Bürgermeister
1386 Wolter von Schlemmwiz (??) 2. Bürgermeister
1387 Hermann Veische (Byse) 1. Bürgermeister
1387 Friedrich Kempe 2. Bürgermeister
1388 Rulff von Keller 1. Bürgermeister
1388 Tiele von Amfurth 2. Bürgermeister

1363 wurde Heine Alemann Bürgermeister. Bis 1388 hatte er ununterbrochen – im üblichen Drei-Jahres-Rhythmus – dieses Amt inne, um dann ins Schöffenamt zu wechseln.

Im ersten Jahr der Amtszeit von Heine Alemann wurde der neue gotische Dom – lange vor der endgültigen Fertigstellung des vorderen Fassadenteils – mit einer feierlichen Einweihung für den Gottesdienst in Betrieb genommen.

Dies geschah unter Ottos Nachfolger, dem ehemaligen Bischof von Minden Dietrich Portitz, Sohn eines Stendaler Tuchhändlers, der als Mönch eine schnelle Karriere hinter sich brachte – vom Gesandten beim päpstlichen Hof zum Kanzler und Berater der Kaisers Karl IV. Wieder besetzte der Papst den Platz des Magdeburger Kirchenfürsten, diesmal auf Wunsch des Kaisers, gegen den Willen des Domkapitels, also vor allem gegen den lokalen Landadel, der die Domherren stellte. Wieder entstand – bei allen Konflikten mit Dietrich und seinem Vorgänger Otto – ein recht gutes, vor allem aber ein sehr direktes Verhältnis zwischen Rat und Stadtherrn.

Der neue Erzbischof nahm die verdeckten Animositäten Ottos gegenüber den Rat zunächst recht offen auf und forderte unverblümt die Unterwerfung der Altstadt unter einen vom Stadtherren eingesetzten Burggrafen. Sehr bald sah er aber ein, daß dieser Kampf nicht zu gewinnen war. Zügig wurden daraufhin die offenen Fragen durch Verträge und Vereinbarungen geklärt. So unterzeichnet Heine Alemann zusammen mit Johann von Keller und Lenze von Hildesheim – alle drei Bürgermeister in regierenden, alten oder oberalten Rat – schließlich 1363 unter anderem einen Vertrag zum Eigentum am Schloß Neu-Gattersleben (UB I. S. 267f), der einen seit 1350 schwelenden Streit beendet.

Der neue Erzbischof regelte die Finanzen der Stiftes und konnte schließlich die Domeinweihung mit Unterstützung der ganzen Stadt vorbereiten.

1207 begann Erzbischof Albrecht II nach einem großen Stadtbrand den Neubau des Domes. Schon vor 1363 hätten im Dom Gottesdienste gefeiert werden können. Aber es fehlte wohl das Geld für eine angemessene Einweihung. Insbesondere die Beteiligung des Stadtrates und der reichen Bürger ermöglichte jetzt diese große viertägige Feier. Wolter berichtet in seinem kurzen Aufsatz „Die Alemänner im Rath …“:

„Im Jahre 1363 weihte der Erzbischof Dietrich mit großer Feierlichkeit die … Domkirche ein. In Bezug auf dieses … Ereignis wird berichtet, dass der Bürgermeister Heine Alemann durch seine Freigiebigkeit zum Glanze des Festes wesentlich beigetragen und ganz besonders für die Bedürfnisse der Versammlung (sieben Erzbischöfe, acht Bischöfe und unzählige Äbte) Sorge getragen hat.“

Wie eng das Verhältnis des Erzbischofs Dietrich zum Rat der Altstadt war, zeigt eine sehr ungewöhnliche Bestimmung seines Testamentes: Er ernannte eine Kommision aus „unsern dumherren, unsern mannen und unsern burgern“ (Domherren, Gefolgschaft und Bürger), „Was noch kein Erzbischof vor ihm getan (Hofmann I, S. 160)“, in ihr als Vertreter der Altstadt Brun Hasemeker (Schöffe), Heine Alemann und Thiele Glützing (1. und 2. Bürgermeister). (UB I S. 309 f).

Diese Verfügung war gegenüber den nachfolgenden Kirchenfürsten sehr hilfreich, da sie Domkapitel und Stadtrat zusxammenrücken ließ, als der 1368 vom Domkapitel gewählte Kandidat Friedrich von Hoym, Bischof von Merseburg, nicht bestätigt wurde. Kaiser Karl IV, der gerade in Italien weilte, sorgte vielmehr für die Einsetzung des Bischofs Albert von Leutomischl. Der Papst fürchtete wohl die Karls Truppen und gab Albert seinen Segen.

In Magdeburg stieß dieser Erzbischof auf den energischen Widerstand von Domkapitel und Rat. Ihm wurde „eine Art Kapitulation des Inhalts vorgelegt, daß er keine Schlösser noch andere Besitzungen des Stiftes veräußern dürfe; seinen Amt- und Hauptleuten … Auslagen und Kosten zu vergüten; den Städten … die Versicherung geben solle, sie bei ihren hergebrachten Rechten und Freiheiten ungekränkt zu belassen; daß er ferner die Bürger von Magdeburg und Halle mit den in ihrem Besitz befindlichen Lehngütern unentgeltlich wieder belehnen wolle“ (Wolter, Magdeburg, S. 57).

Drei Jahre später hatte Albert III dennoch viel wertvollen Besitz verpfändet und zog sich bei wachsendem Gegendruck schließlich fluchtartig auf seinen alten Bischofsposten zurück. Sein dortiger Nachfolger, Peter von Brünn, wurde von Papst und Kaiser zum Nachfolger als Erzbischof ernannt.

Auch mit diesem Stadtherren gab es heftige Auseinandersetzungen, insbesondere 1376-1379 wegen Gerichtsverfahren, die die Peter dem Domkapitel und der Stadt entzog, um selbst die lukrativen Gerichtsgebühren zu kassieren. 1376 lud der Magistrat den Offizial des Erzbischofs zum regierenden Bürgermeister – das war damals Heine Alemann oder Marve von Calbe. Dieser ermahnte den Beamten des Erzbischofs ernsthaft und drohte mit dem Entzugden Schutz vor dem Zorn der Bürger. Der Erzbischof war empört und brachte den Fall vor den Kaiser.

Dieser entschied 1377 zugunsten des Rates und des Domkapitels und setzte eine Schiedskommission ein: Günter von Barby und Gebhard von Mansfeld für den Erzbischof sowie Heine Alemann und Hermann Cyriacus für die Bürger.

Gleichzeitig kündigte der Kaiser an, der Stadt „am Dienstag“, d.h. in drei Tagen einen Besuch abzustatten. Dienstags empfing ihn dann der Erzbischof im Dom und abends waren alle, die Domherren, der Rat und die Schöffen, zu einem großen Festmahl in die Domfreiheit geladen. Am folgenden Tag besuchte der Kaiser dann die Altstadt, wo ihn Bürgermeister, Rat, Schöffen und Bürger auf dem Alten Markt vor dem Rathaus empfingen. Er verließ aber nicht seine Kutsche, wohl um den Erzbischof nicht zu sehr zu verärgern, und beschränkte sich auf eine minimale Höflichkeiten. Die Kaiserin – so wird berichtet – war zudem verstimmt über den Putz der Bürgerdamen, die wohl zu offensichtlich mit dem ihren zu konkurrieren versuchten.

Der Streit zwischen Erzbischof und Domkapitel eskalierte trotz des Eingriffs durch den Kaiser weiter und auch die Vermittlungsversuche des Rates konnten nicht verhindern, dass Peter von Brünn nach Rom zog, um beim Papst doch noch ein für sich günstiges Urteil zu suchen. Papst und Kaiser verstarben jedoch im gleichen Jahr, so gab Peter sein Vorhaben auf.

1379 kam es zwar noch zu einem von der Schiedskommission ausgearbeiteten Vergleich, den auch Heine Alemann unterzeichnete (UB I, S. 357f). Aber 1380 – nach 10 Jahren – legte auch dieser „böhmische“ Erzbischof sein Amt nieder und die Kandidaten des Domkapitels aus dem Jahre der Wahl des Erzbischofs Dietrich (1361) – Ludwig von Meißen (1381 Erzbischof) – bzw. dem Jahr von Dietrich Tod (1367) – Friedrich von Hoym (1382 Erzbischof) – kamen jetzt endlich zum Zuge. Leider starben beide kurz nach ihrem Amtsantritt und das Domkapitel wählte jetzt seinen langjährigen Domherren Albert von Querfurt – gerade auf dem Wege nach Rom war, um sich um die Bischofsstelle von Merseburg zu bewerben. Dieser erhielt noch rechtzeitig die Nachricht von seiner Wahl und erreichte die Zustimmung des Papstes.

Erzbischof Albrecht IV blieb von 1383 bis 1403 im Amt. Fünf Jahre seiner Amtszeit erlebte Heine Alemann noch als Bürgermeister, ein Amt, das er 25 Jahre lang inne hatte und mit über 25 anderen Ratsherren im Drei-Jahres-Rhythmus, bzw. mit dem Kollegen des gleichen Jahres im Halbjahreswechsel teilte. Danach agierte er als alter Mann noch ein paar Jahre im Schöffenstuhl. Er verstarb im Alter von mehr als 70 Jahren. Fünf Erzbischöfe mehrere Pestepedimien hatte er überlebt und zahlreiche Krisen gemeistert. In seinen letzten Antsjahren organsierte der Rat seinen Kampf gegen die Einbindung der Städte in den von den Fürsten erlassenen Landfrieden, einen Kampf, der erst 1497 – unter Mitwirkung seines Urenkels Heinrich Alemann – mit einem dauerhaften Stadtfrieden zum Abschluß gebracht werden konnte.

Bürgermeisterkollegen von Heine Alemann

von Name Funktion
1363 Lenze von Hildensheim (Hildensen) 1. Bürgermeister
1363 Heine Alemann 2. Bürgermeister
1364 Hans von Hordorf 1. Bürgermeister
1364 Henning von der Büne 2. Bürgermeister
1365 Johann Keller (von Keller) 1. Bürgermeister
1365 Bettke (Bethmann) Könningk 2. Bürgermeister
1366 Heine Alemann 1. Bürgermeister
1366 Tile Glützingk 2. Bürgermeister
1367 Hanß von Hordorf 1. Bürgermeister
1367 Gebhart von Sehausen 2. Bürgermeister
1368 Jode von Karlaw (Korlingk) 1. Bürgermeister
1368 Johannes von Ebendorff 2. Bürgermeister
1369 Heine von Aleman 1. Bürgermeister
1369 Thile Klüzing (Glützingk, Gliezüngk) 2. Bürgermeister
1370 Martin (Mawe) von Calbe 1. Bürgermeister
1370 Cöne Ulrich (Vitingh) 2. Bürgermeister
1371 Hanß von Ebendorf 1. Bürgermeister
1371 Frize Ulrich (??) 2. Bürgermeister
1372 Tiele Glützingk 1. Bürgermeister
1372 Hermann Cyriacus (??) 2. Bürgermeister
1373 Heine Aleman 1. Bürgermeister
1373 Marve (Martin) von Calbe 2. Bürgermeister
1374 Hans (Hanß) von Ebendorff 1. Bürgermeister
1374 Albrecht de Hugo (Dene) 2. Bürgermeister
1375 Tiele Gliezüngk (Glützingk) 1. Bürgermeister
1375 Ciriacus de Borch 2. Bürgermeister
1376 Heine Aleman 1. Bürgermeister
1376 Marve von Calbe 2. Bürgermeister
1377 Hanß von Ebendorf 1. Bürgermeister
1377 Bötge Horduß (Brun Artus) 2. Bürgermeister
1378 Nicolaus vom Stalle 1. Bürgermeister
1378 Franz Vtich (Frize Utingh) 2. Bürgermeister
1379 Marve von Calbe 1. Bürgermeister
1379 Gebhart von Sehaußen 2. Bürgermeister
1380 Hanß von Ebendorf 1. Bürgermeister
1380 Albrecht von Deben (Dene) 2. Bürgermeister
1381 Frize Utich (Uting) 1. Bürgermeister (??)
1381 Werner Persicke 2. Bürgermeister
1382 Heine Alemann 1. Bürgermeister
1382 Reichart Reiche (Ryke) 2. Bürgermeister
1383 Albrecht von Deuben (Dene) 1. Bürgermeister
1383 Bruno Artus 2. Bürgermeister
1384 Friez Utich (Uting) 1. Bürgermeister
1384 Friedrich Kampe 2. Bürgermeister
1385 Heine Aleman 1. Bürgermeister
1385 Rulf vom Kellere 2. Bürgermeister
1386 Bruno Artus 1. Bürgermeister
1386 Wolter von Schlemmwiz (??) 2. Bürgermeister
1387 Hermann Veische (Byse) 1. Bürgermeister
1387 Friedrich Kempe 2. Bürgermeister
1388 Rulff von Keller 1. Bürgermeister
1388 Tiele von Amfurth 2. Bürgermeister

Quellenangaben

Urkunden:

Die Chroniken der niedersächsischen Städte – Magdeburg, erster Band, Stuttgart 1962, S. 273 und 291

Urkundenbuch der Stadt Magdeburg, Band 1 bis 1403, Aalen 1975, S. 288, 309, 357

Stadtgeschichtsschreibung:

Hertel/Hülße, Friedrich Wilhelm Hoffmanns Geschichte der Stadt Magdeburg – neu bearbeitet, Magdeburg 1885, S. 137-181

F.A. Wolter, Geschichte der Stadt Magdeburg, Magdeburg 1901, S. 51-60

Helmut Asmus, 1200 Jahre Magdeburg, Magdeburg 2000, S. 343-369

Hans Planitz, Die deutsche Stadt im Mittelalter, Graz Köln 1965, S. 326 (auch S.305, 271,68f)

Genealogie:

ZMA. SH 3:Sippenverband Ziering-Moritz-Alemann, Heft Nr. 3, Berlin, Januar 1938 (im Internet unter www.z-m-a.de) S. 233f und 240ff (sowie 156f)

Eberhard von Alemann, Geschichte des Geschlechts von Alemann, Magdeburg 1909, S. 27-37 (im Internet hier)

F.A. Wolter, Die Alemänner im Rath und im Schöffenstuhl der Stadt Magdeburg, in: Blätter für Handel, Gewerbe und sociales Leben – Beiblatt zur Magdeburgischen Zeitung, 43. Jahrgang, 1891, s. 163-165)