Das waren wir

Geschichte der Stiftung

Das Wichtigste haben wir in der Präambel des Statuts gesagt.

Die Wurzeln der Familie Alemann verschwinden in der Tat im Dunkel der Geschichte. Strittig ist, wo und wie sie im 13. Jahrhundert begann.  Unstrittig ist aber ihr Wirken im Rat der Alten Stadt Magdeburg. Das Archiv der Familie ging gemeinsam mit dem der Familie Guericke im Zweiten Weltkrieg verloren. Wir wissen nur das, was von Familienhistorikern um die Jahrhundertwende auf Basis der noch vorhandenen  Dokumente aufgeschrieben wurde.

Siegel des Bürgermeisters Heinrich Alemann

Zu den vermissten Dokumenten gehören auch die Stiftungsakten. Wir wissen aber, dass die Geschichte sehr wechselvoll und wenig spektakulär war. 1506 stiftete der Bürgermeisters Heinrich Alemann (1425-1506) der  Johanniskirche ein Messstipendium. 1547 wurde das Kircheneigentum  säkularisiert und die Familie wandelte das Messstipendium um in ein Studienstipendium für die Söhne, der Männer und Frauen, die mit dem Namen Alemann geboren wurden. 1631 zerstörten Tillys Truppen die Stadt; alle Lehnsakten verbrannten im Haus von Dr. Jakob Alemann in der Weinfassstraße. Es war schwer, die Lehns- und Zinsverpflichtungen zu reaktivieren. Die Familie  suchte letztlich Hilfe bei Otto von Guericke, dem Einflussreichsten unter den engen Verwandten.

Mit einer Generalvollmacht  aus dem Jahr 1644 (erneuert 1668) rekonstruierte Otto von Guericke das Alemannsche Familienvermögen, wovon die Familie Alemann sehr profitierte, aber auch Otto von Guericke, der für eines Arbeit eine Entschädigung forderte. Ihm wurden Grundstücke als Pfand übergeben, die dann später  nicht mehr ausgelöst werden konnten. So gab es insbesondere mit Guerickes Enkel Lebrecht, Regierungsrat in Magdeburg, viel Streit und manche Prozesse. Zu den Streitobjekten gehörte auch die Stiftung. Ottos von Guerickes Sohn Otto (1628-1704) war Stipendiat der Stiftung. Es wird wohl irgendwann in den Jahren 1644-1650) gewesen sein. Es lag also nahe, sich auch um diese Stiftung zu kümmern, was dazu führte, dass die Familie Alemann erst wieder über die Stiftung und ihre Mittel verfügen konnte, als die Familie Guericke im Mannesstamm ausstarb. Insgesamt gab es aber noch soviel Lehnseigentum „zur gesamten Hand“, dass des Seniorat Fortbestand hatte und dass sich  über die Anmeldung und Einforderung von Ansprüchen ein gewisser Zusammenhalt aufrechterhielt – auch in einer Familie, die über die gesamten deutschen Lande und das ganze Habsburger Reich verstreut hatte. 

Hans Dorus von Alemann (1834-1900), Gründer der Lehnsstiftung

Wie das Ziering´sche Stipendium war das Alemannstipendium eines von privaten Stipendien, deren Verwaltung die Stadt eine Zeit lang übernahm. Doch es führte – bei Licht betrachtet – eher ein Schattendasein.  1879 wurde es dennoch Teil jener Lehnstiftung, die im Rahmen der Auflösung der alten Lehnverbände entstand. Trotz der Umwandlung in Privateigentum sollte so die Konstruktion des Seniorats in neuer Form fortgeführt werden. Es war sogar geplant, dass nach und nach das gesamte Familienvermögen in die alte Stiftung von 1547 übergehen sollte, was den Erben der Stiftungsgründer von 1879 nicht sonderlich gut gefiel. Sie befasste sich lieber mit der Auszahlung der österreichischen Linie und dem Verkauf der Grundstücke. Die Inflation nach dem ersten Weltkrieg hatte ja eh das Barvermögen vernichtet. Das erwirtschaftete Kapital wurde ausgeschüttet, so dass nur noch jene zwei Grundstücke übrig blieben, die 1999 zur Neugründung der Stiftung führten.